Still on my mind: Dido
- 25. Dezember 2021 -
Musikalisch gibt es ein paar Konstanten in meinem Leben, wie ich im letzten Beitrag schon beschrieb. Noch länger als Arcade Fire oder Social Distortion ist eine (und die älteste) Konstante allerdings die Musik von Dido. Angefangen hat dies so ca. 2003, als ich in jungen Jahren anfing MTV und VIVA zu schauen (für die jüngeren: das waren Fernsehsender, auf denen viele Stunden am Tag Musikvideos liefen. Und Klingeltonwerbung.)
Es war die Zeit, als Dido das Album Life for Rent herausbrachte, das Video zu White Flag dort und im Radio hoch- und runterlief, später auch die der anderen Singles des Albums.
Still on my mind heißt das bislang letzte Album, das 2019 erschien und mit dem sie nach 15-jähriger Pause auch wieder auf Tour ging. Ihrem Stil blieb Dido glücklicherweise treu: Musik von zeitloser Schönheit, mal melancholisch, mal freudvoll.
Heute feiert Dido ihren 50. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für die Musik.
My Sound of 2010
- 2. August 2020 -
Vor genau zehn Jahren erschien mit Arcade Fires The Suburbs, mein absolutes Lieblingsalbum. Deshalb möchte ich in diesem Beitrag euch ein paar Bands vorstellen, deren Musik mir vor zehn Jahren über den Weg gelaufen ist und was ich in den vergangenen zehn Jahren mit diesen Bands verbunden habe.
Arcade Fire
Arcade Fire sind neben Social Distortion meine absolute Lieblingsband. Im November 2010 bin ich über den Blog Spreeblick – damals mit mehreren Autor:innen ein Blog mit mehreren Posts pro Tag – auf die Gruppe aufmerksam geworden. The Suburbs mit dem Musikvideo von Spike Jonze, dessen Musikvideos und bisweilen schräge Filme ich später noch lieben lernte, und das fantastische No Cars Go vom 2007er Album Neon Bible begeisterten mich in einer Weise, wie es kaum eine andere Band vorher geschafft hat. Zudem entdeckte ich die Band als sich gerade meine Schulzeit dem Ende neigte und The Suburbs, dass sich thematisch rund um den Rückblick auf die Orte des eigenen Aufwachsens dreht, war der absolut passende Soundtrack dazu. So begann es, dass Arcade Fire meine meistgehörte Band der letzten 10 Jahre wurden und mich durch das Ende meiner Schulzeit und die Zeit an der Uni begleiteten, durch schöne Zeiten und durch die Abgründe von Zwangsstörungen und Depressionen.
[Nachtrag 14.8.] Der NME und Musikexpress haben dem zehnten Geburtstag von The Suburbs einen Beitrag gewidmet, beim IndieCast gab es eine Folge zum Jubiläum und Win und Régine performten eigens Sprawl ii (Mountains Beyond Mountains), dass ihr euch bei IGTV anschauen könnt.
[Nachtrag 9.9.] Ich hab letztens das Album nochmal gehört, und folgende Verse aus We used to wait blieben mir im Kopf, die perfekt die Zeitlosigkeit des Albums so gut zusammenfassen:
Now our lives are changing fast
Now our lives are changing fast
Hope that something pure can last
Hope that something pure can last
Bei CBC gibt es übrigens noch 10 Fakten zum Album 🙂
Best Coast
Auf die kalifornische Band Best Coast bin ich auch über den Blog Spreeblick gestoßen. Mir gefiel der verträumte Sound von When I’m with you. Bethany Cosentinos große Katzenliebe – nicht nur war ihr Kater Snacks auf dem Cover des 2010er Debütalbums abgebildet, im wirklich knuffigen Video zu Crazy for you spielen die Katzen die heimliche Hauptrolle – habe ich erst Jahre später angefangen zu teilen. Das zweite Album The Only Place hat nicht nur ein wunderschönes Cover, der gleichnamige Song über Los Angeles, Kalifornien und die Leichtigkeit des Lebens war eines meiner meistgehörten Lieder 2012.
Deutlich düsterer ging es dann auf dem nächsten Album California Nights zu, auch textlich. Vom verträumten Sound ist so ziemlich nichts geblieben, das Album mochte ich trotzdem.
Nach fünf Jahren erschien 2020 auch wieder ein neues Album. Im Video zu For the first Time gibt es auch ein Wiedersehen mit Kater Snacks <3 .
Marina & the Diamonds
An Marina & the Diamonds und vor allem an dem großartigen Hollywood kam man 2010 glaube ich schwer vorbei. Auf ihr 2012er Album wurde ich irgendwie nicht aufmerksam, erst als die ersten Vorab-Singles für ihr 3. Album Froot Ende 2014 erschienen, stieß ich auf Happy, das dann später auf Froot erschien. Es handelt davon, nach längerer (vermutlich psychischer) Erkrankung wieder glücklich sein zu können (oder zumindest interpretiere ich es so). Als ich das Lied entdeckte, hatte ich gerade einen viermonatigen Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik hinter mir, ich war zwar ganz sicher nicht happy, da mich ziemliche Zwangsgedanken (engl. Obsessions) plagten, aber das Lied passte trotzdem ganz gut zu der Zeit, weil es als Ziel, dass ich erreichen wollte, gut tat. Kurze danach stieß ich dann auf einen absolut großartigen Song von ihrem 2010er Debütalbum, der auch noch Obsessions hieß und in dem sie absolut treffsicher Zwangsstörungen und magisches Denken beschreibt, auch wenn sich das Lied zumindest am Anfang eigentlich um eine obsessive Liebe dreht. Ihr erstes Album The Family Jewels ist auch 10 Jahre nach Erscheinen immernoch eine absolute Perle.
Kate Nash
Kate Nash ist im Herzen eine echte Punkrockerin, das merkte man vor einigen Jahren in einer Arte-Doku über Riot-Grrl-Bands oder in ihrem Nachruf auf den Ende 2018 verstorbenen Buzzcocks-Sänger Pete Shalley. Leider bin ich tatsächlich erst 2018 wieder auf sie und ihre Musik gestoßen, durch dieses Video vom Kanal Schruppert über Lieder, die Depressionen zum Thema haben. Vom via Crowdfunding finanzierten 2018er Album Yesterday Was Forever thematisieren mit Life in Pink und Musical Theatre zwei Stücke die seelische Gesundheit.
Anfang 2010 stieß ich glaube ich zum ersten mal auf Kate Nash: Bei Unser Star für Oslo sang Lena zweimal Lieder von Kate Nash (Foundations und Mouthwash von Kates 2007er Debütalbum), im gleichen Jahr erschien Kate Nashs zweites Album My best friend is you.
Weezer
Zu Weezer muss man glaube ich nicht viel sagen – klickt mal unten im Footer auf das Gamepad 😉 Obschon die meisten Alben aus den Nuller- und Zehnerjahren eher umstritten sind, ich mag sie 🙂
Social Distortion
Social Distortion sind neben Arcade Fire meine absolute Lieblingsband und zeigen sich ähnlich wandlungsfähig – jedes der letzten Alben klang etwas anders und man spürt auch die Weiterentwicklung der Band.
Auf die Band bin ich schon sehr früh gestoßen, so richtig für mich entdeckt habe ich sie aber erst im Frühling 2010. Später in dem Jahr wurden dann die ersten Songs des nächsten und bis heute letzen Albums Hard Times and Nursery Rhymes veröffentlicht.
Hier sehr ihr das Video zu Gimme the sweet and lowdown von besagtem Album, mit einer Ehrung an all die Musiker*innen, die Mike Ness und Social Distortion zu ihrem Werk inspiriert haben, wie Joey Ramone, Joe Strummer von The Clash, Johnny Cash oder die Jazzsängerin Billie Holiday.
Bad Religion
Bad Religion, die wie Social Distortion nun auch schon 40(!) Jahre bestehen, dürfen hier natürlich auch nicht fehlen. Ich entdeckte sie ebenso 2010 für mich. Auch wenn natürlich vor allem die Alben aus den 80- und 90ern am Einflussreichsten waren, in den 2010ern veröffentlichten sie wirklich gute Spätwerke wie The Dissent of Man.